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Wie es dazu kam,
dass es auch „Kapperlmädeln“ in Eisenstadt gibt
Die K.Ö.St.V. Forchtenstein im MKV und die K.a.V. Austro-Peisonia im ÖCV beweisen seit mehr als acht Jahrzehnten, welch guter Boden Eisenstadt für das Couleurstudententum ist. Dass es also nur eine Frage der Zeit war, bis sich in der burgenländischen Landeshauptstadt auch eine weibliche Verbindung gegründet hatte, lag auf der Hand. Der Weg dorthin war jedoch nicht leicht, und viele haben in unermüdlicher Kleinarbeit dazu beigetragen, dass dieses Projekt schließlich zu dem Erfolg werden konnte, den unsere Pannonia jetzt zeigt.
Gegen Ende des Jahres 1999 fanden sich mehrere Eisenstädter Schülerinnen, die des Öfteren Kontakt mit Mitgliedern der Forchtenstein hatten, zusammen, um eine Idee aufzugreifen, die wohl unbewusst von einem Forchtensteiner in ihre Köpfe gesetzt worden war. Der lakonische Nebensatz: „Warum gründet ihr eigentlich nicht eure eigene Verbindung?“ hatte sich in den Köpfen festgesetzt und war nicht mehr zu vertreiben. Doch wie sollte man das ganze angehen?
Nachdem sich auch die Burschen davon überzeugt hatten, dass der Entschluss der Mädels feststand, ihre „eigene“ Verbindung zu gründen, standen sie mit Rat und Tat zur Verfügung. Vieles musste überlegt werden: Farben, Band, Bude, Geschäftsordnung, Comment, Chargierkleidung, Strophen,... Langsam nahm auch der genaue Kreis der Gründungsmitglieder Gestalt an: Die Gründungsmädchen begannen unter Einsatz ihrer jeweiligen Stärken mit der Aufbauarbeit: Gründungssenior Saphira fungierte als Motor, der sich in ganz Österreich, bei Mädchen- und Burschenverbindungen Anregung holte, Gründungsconsenior Leia holte uns alle mit organisatorischer Feinarbeit immer wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, die restlichen Gründungsmädchen Daisy, Celissa, Grace, Jacky und Artemis suchten, stöberten, diskutierten und gestalteten eifrig mit.
Die Frage der Farben war bald geklärt: Eine für den Wein, eine für die Reinheit, eine für die Heimaterde – Rot-Silber-Schwarz. Die Farbe der Deckel wurde schließlich mit Schwarz festgelegt – Rot hätte sich mit den Haarfarben einiger Gründungsmitglieder nicht vertragen… ;-) Schwieriger war schon die Erstellung von GO, Comment und Statuten, bei der uns die Forchtenstein, namentlich vor allem Verbandsbruder Norf, eifrig hilfreich zur Seite stand. Ebenso war es bei der Dichtung der Mädchenstrophe, die Verbandsbruder Kirk maßgeblich mitgestaltete. Die Fuxenstrophe wurde passend dazu von Artemis verfasst.
Am 10. Jänner 2000 war es schließlich so weit: Unsere Verbindung, die Christlich Österreichische Mädchenstudentenverbindung Pannonia Eisenstadt wurde aus der Taufe gehoben. Erste Receptionen fanden bald statt, und auch eine kleine Schar an Ehrendamen wurde feierlich in unserem Kreise willkommen geheißen. Mit Unterstützung ebendieser Ehrendamen fand am 7. Oktober 2000 schließlich unser Publikationskommers im Gasthof Ohr in Eisenstadt statt, der mit mehr als 60 Teilnehmern ein voller Erfolg war und weitere Receptionen sowie Ehrendamen-Aufnahmen brachte.
Fanden die ersten Veranstaltungen der jungen Verbindung – unter anderem auch eine offizielle Präsentation, bei der wir gemeinsam mit Vertreterinnen des VfM und Vertretern des BMV auch viele spätere Ehrendamen begrüßen durften – noch im Eisenstädter „Leinner-Haus“ oder auf der Bude der Forchtenstein statt, machten wir uns eifrig auf die Suche nach einer eigenen Bude. Fündig wurden wir schließlich im Dompfarrzentrum, wo uns ein Kellerraum zur Verfügung gestellt wurde. Die Freude war groß – wenn diese Zeit auch nicht immer einfach war (die Bude verfügte etwa über keine Heizmöglichkeit…) hatten wir doch unsere eigenen Räume, die der Ort zahlreicher Veranstaltungen waren.
Der Pennälertag 2001 in Eisenstadt brachte schließlich eine weitere gute Möglichkeit, unsere junge Verbindung zu präsentieren. Beim Ausschank von Mädchen und Ehrendamen beim „Pennälertags-Heurigen“ im Dompfarrzentrum schwitzten wir Blut und Wasser, konnten aber auch viele interessante Kontakte zu anderen Verbindungen aus ganz Österreich knüpfen.
Die Zahl der Semester zog ins Land, und mit der Zahl unserer Mitglieder stieg auch das Interesse daran, eine neue Bude, die auch im Winter gut bewohnbar war, zu finden. Mit Hilfe unserer Ehrendame Lena und deren Mann, BMV-Ehrenvorsitzendem Ammon, wurde es schließlich möglich, neben der neu gegründeten Eisenstädter ÖCV-Verbindung A.V. Austro-Ferrea, in den Keller des neuen Studentenheims der Burgenländischen Landwirtschaftskammer zu ziehen. Mit großem Hallo begann der Umzug und die bis heute dauernde Einrichtung und Dekoration der neuen Bude, bei dem neben Bs Lena vor allem unsere Ehrendamen Speedy und Schneck tatkräftig mit angepackt haben.
Seit dem Weihnachtsfestkommers 2004 verfügt die Pannonia nun auch über eine Verbindungsseelsorgerin: Mit der Aufnahme von Sr. Consolata Supper v. Diana, die uns bereits seit der Gründung unserer Verbindung mit Rat, aber auch sehr vielen Taten zur Seite stand, haben wir eine Bundesschwester gewonnen, die sich stets sehr engagiert in das Verbindungsleben einbringt.
Mit der Zeit etablierte sich die couleurstudentische Landschaft der drei bzw. vier Verbindungen in Eisenstadt: Jährlich gemeinsam abgehaltene Veranstaltungen sind etwa der Weihnachtsfestkommers wie auch die Eisenstädter-Kneipe. Auch gemeinsame Ferialprogramme zeugen von der guten Zusammenarbeit.
Auf die Probe gestellt wurde diese Zusammenarbeit auch im Jahr 2005 bei der Cartellvollversammlung des ÖCV in Eisenstadt, wo vor allem der Budenbetrieb bis in die Morgenstunden alle Kräfte gefordert hat.
Ein wichtiger Meilenstein war auch unser 5. Stiftungsfest im Oktober 2005, zu dem wir neben zahlreichen Chargierten etwa 90 Gäste in der Corona begrüßen durften.
Seit dem 29. April 2006 ist unsere Pannonia nun außerordentliches Mitglied des Burgenländischen Mittelschülerverbandes (BMV). Damit wurde ein Höhepunkt in der seit Jahren hervorragenden Zusammenarbeit der burgenländischen Verbindungen erreicht: Bereits seit mehreren Jahren werden die Landesverbandsschulungen gemeinsam gestaltet und besucht. Für die kommenden Jahre gilt es nun, die gegenseitigen Freundschaften zu stärken und weiter gemeinsam für das Couleurstudententum im Burgenland zu arbeiten.
written by Eva Gollubits v. Artemis
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